mystische Orte
San Leo: die Magie von Cagliostro
So wie der Morgengrauen und der Sonnenuntergang den Tag begrenzen, so
umhüllt der Zauber des Mysteriösen die Nacht. San Leo, in alten Zeiten
Montefeltro genannt, wurde auf einem gewaltigen
Felsenmassiv auf ca. 600 Meter über dem Meeresspiegel errichtet und ist
nur 32
Kilometer von Rimini entfernt. Der Name stammt vom Evangelisten San
Leone, für den der Ort ideal für die Verbreitung des
Christentums war. Wegen seiner uneinnehmbaren Lage
gab es zahlreiche zivile, militärische, religiöse und politische
Auseinandersetzungen. Die Stadt beherbergte Dante (“Vassi a San Leo…”)
und Franz von Assisi. Ein berühmtes Zeugnis der militärischen Baukunst
ist die Festung. Von
dort oben schweift der Blick vom Berg Fumaiolo zur Adria über eine
Landschaft von Wäldern, felsigen Gipfeln, Ortschaften und Landhäusern.
Die Legende besagt, dass der Geist von Giuseppe Balsamo, Graf von
Cagliostro, noch immer umherstreift. Er war Arzt, Alchemist und Heiler
und wurde deshalb von der Kirche verfolgt und schließlich in die Festung
eingesperrt, wo er am 26. August 1795 starb. Als faszinierende und
kontroversielle Persönlichkeit seiner Zeit, ist er auch heute noch
Objekt eines endlosen Flusses von Druckerschwärze und damit vieler
Geschichten, die das Mystische dieses Ortes noch heute auf ihn und das
was, er darstellte schieben. Die mittelalterliche Altstadt umschließt la
Pieve, ein monumentales Gebäude religiöser Prägung. Der
romanisch-lombardische Dom aus dem 12. Jahrhundert ist San Leone
geweiht, dem Schutzpatron des Landes. Die Festung, in der der Graf
eingesperrt wurde, erhebt sich im Gegensatz dazu mächtig in der
Landschaft. Wenn man durch diese Gässchen streift, spürt man immer noch
die besondere, sakrale Ausstrahlung der Steine und wird in die
Vergangenheit versetzt, in seine rätselhafte Geschichte und die der
Männer und Frauen, die sie beherbergt haben, in Armut, Reichtum und
Extravaganz. Von den Marken bis in die Romagna bietet sich ein
außergewöhnliches Panorama, dessen Höhepunkt San Leo ist, einer der
schönsten und typischten Flecken dieser Region, ein idealer Ausflugsort
für interessierte Touristen, die es nicht eilig haben, denn es bietet
sich ihnen ein Ort, der von seeliger Ruhe erfüllt ist.
Onferno: die Fledermausgrotten
Wenn Sie sich für Tiere wie Fledermäuse interessieren, wenn Sie noch
niemals eine Fledermauskolonie gesehen haben und wenn Sie auch gerne
etwas über ihre Fortpflanzungsmethoden erfahren, oder den ersten Flug
der Kleinen sehen möchten, ist die Grotte von Onferno im Sommer eine
gute Gelegenheit dafür. Sie ist nur 33 km von Rimini entfernt. Wir
räumen mit dem Mythos auf, dass sich diese Geschöpfe von Blut ernähren!
Wenn Sie das Mystische lieben, können wir Ihnen verraten, dass die
Grotte absichtlich wenig beleuchtet ist, damit man die Kolonie besuchen
kann: es sind ungefähr 4000 Exemplare, 6 verschiedene Spezies insgesamt,
einige von großem wissenschaftlichen Wert, da sie vom Aussterben
bedroht sind. Der Eingang ist bei der alten Pieve die Santa Colomba,
eine der ältesten Diözesen von Rimini, die während des 2. Weltkriegs
zerstört wurde. In ihrem Inneren befindet sich auch das Besucherzentrum
(Centro Visite) und das multimediale naturwissenschaftliche Museum
(Museo Naturalistico), wo man Onferno ebenfalls entdecken kann. Es ist
ratsam, bequemes Schuhwerk anzuziehen, weil der Boden durch die
Feuchtigkeit sehr rutschig ist, sowie einen dicken Pullover: auch im
Sommer kann die Temperatur auf unter 12 - 13 Grad sinken. Die Decken
sind glatt und poliert, es gibt einen Kalksteinwasserfall, einen Kamin
mit den "Perlen der Grotte" und riesige Massen von Kristallen auf der
Decke der Quarina-Halle: es handelt sich um eine Karstgrotte, die, dank
der Erosion durch Wassertropfen, bizarre Formen angenommen hat.
Montebello: das Gespenst von Azzurrina
In einem Schloß in Montebello, in der Valmarecchia, in der zweiten
Hälfte des 14. Jahrhunderts verschwand auf mysteriöse Weise ein Mädchen,
das auch heute noch von sich reden macht: ihr Name war Guendalina
Malatesta, sie lebte im Mittelalter, aber sie ist besser bekannt als
Gespenst Azzurrina. Guendalina litt unter der Albino-Krankheit und hatte
weisse Haare. Der Albinismus war im Mittelalter etwas Verdächtiges, vor
dem man sich fürchtete. Aus diesem Grund wurde sie der Hexerei
bezichtigt, aber ihre Eltern, die sie vor dem sicheren Tod, zu dem sie
verurteilt worden war, beschützen wollten, erlaubten ihr nicht, das
Schloss zu verlassen. Sie beschlossen, ihre Haare mit einer Substanz auf
Kräuterbasis zu färben, die das Haar verdunkelte, es aber blau leuchten
ließ, wenn Licht darauf fiel. ... Aus diesem Grund begannen alle, sie
das "blaue" Mädchen zu nennen (Azzurrina). Aber die Geschichte, die seit
Jahrhunderten erzählt wird, handelt von ihrem seltsamen Tod, der sich
laut Erzählungen im Inneren des Schlosses zugetragen hat. Man erzählt
sich, dass das Mädchen während eines Gewitters am 21. Juni 1375 mit
einem Ball aus Lumpen und einer Schnur spielte. Der Ball rollte die
Stiegen herunter, die in den Eiskeller führte und das Mädchen verschwand
plötzlich, während sie noch dem Ball nachlief, um ihn wiederzuholen.
Die anwesenden Soldaten stiessen einen Schrei aus - Azzurrina war wie
vom Erdboden verschwunden. Seit jenem 21. Juni "erscheint" in der Nacht
des Sommeranfangs alle 5 Jahre der Geist von Azzurrina, man hört ihre
Stimme und sie beginnt zu lachen, weinen und nach ihrer "Mamma" zu
rufen.
Angst?! Nicht doch, es ist nur eine Legende. Aber wir wollten ihnen nur
einen Teil der Geschichte erzählen. Der Rest liegt ganz bei Ihnen: ein
nächtlicher Besuch (für die ganz Mutigen) kann Ihnen bei diesem
schwierigen Unterfangen helfen.






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