Haus des Chirurgen
Am 7. Dezember 2007 wurde das "Haus des Chirurgen" (“Domus del
chirurgo”) eröffnet. Der große archäologische Komplex wurde 1989 entdeckt und der Stadt nach 18 Jahren Restaurierung übergeben. Auf einer Fläche von 700 qm finden sich verschiedene Konstruktionen, von denen die interessanteste das sogenannte Haus des
Chirurgen ist. Es handelt sich um die Reste eines alten römischen Haues aus dem II Jahrhunder n.Chr.
Die Ausgrabungen brachten auch andere interessante Strukturen ans Licht: darunter Reste einer spätkaiserlichen Wohnung sowie Spuren einer hochmittelalterlichen Ansiedlung mit einem großen darunterliegenden Friedhof, was auf bedeutende geschichtliche Veränderungen hinweist.
Mit Sorgfalt und Geduld haben die Archäologen aus Rimini unter der wissenschaftlichen Leitung von Jacopo Ortalli einen geschichtlich einzigartigem Schatz geborgen. Das zweistöckige Haus des Chirurgen blickte aufs Meer, das damals im Vergleich zu heute 1 km weiter entfernt war.
Von bedeutendem Interesse ist die große Zahl an Funden und Mosaiken im Inneren: da sie gut erhalten sind, erlauben sie eine sehr genaue Rekonstruktion des Hauses und geben Aufschluss über die Identität des Besitzers. Der vielleicht außergewöhnlichste Fund ist die Sammlung von 150 chirurgischen Instrumenten. Sie haben keinen Zweifel an der Identität des Hausherrn gelassen: es muss ein Arzt gewesen sein. Es scheint, dass Eutyches, wie er wohl genannt wurde, aus dem hellenischen Raum kommt und wie so oft in der Antike auf dem Schlachtfeld ausgebildet wurde. Die gefundenen Instrumente wurden tatsächlich vor allem für Knochentraumata und Wunden verwendet, was vermuten lässt, dass Eutyches ein Militärarzt war.
Mosaikdetail des Haus des Chirurgen
Das Haus besaß Mauern aus Lehm, die auf gemauerten Sockeln ruhten. Von einem Innengang aus betritt man auf der einen Seite einen innen liegenden Garten, auf der anderen liegen verschiedene Zimmer. Es gab einen Speisesaal
(triclinium), ein Schlafzimmer (cubiculum), und zwei Wohnzimmer. Eines der beiden beherbergt ein wertvolles Mosaik, das Orpheus
zwischen Tieren zeigt. Das ist das Zimmer, wo der Arzt seine Patienten untersuchte und behandelte: ein echtes Ambulatorium. Es gab noch weitere, kleinere Räume, wie zum Beispiel einen beheizten Raum (ipocausto), eine Latrine und im Obergeschoß eine Küche mit Speisekammer. Der Einsturz des Daches nach einem Brand in der zweiten Hälfte des III. Jahrhunderts n.Chr., erlaubte die ausgezeichnete Konservierung der Mosaike, Einrichtungsgegenstände und Werkzeuge. Beim Besuch des Hauses kann man die wunderschönen Mosaike bewundern, während die chirurgischen Instrumente und die verschiedenen Werkzeuge im Stadtmuseum zu sehen sind.






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